„Kulturdroge Alkohol“

Suchtprävention der 8. Klassen

Suchtprävention der 8. Klassen

„Gerade vor Fastnacht ist es wichtig, das Thema Alkohol bei Jugendlichen zu thematisieren“, erklärte Niko Blug, der in der Suchtberatung des Diakonischen Werks Mainz-Bingen tätig ist und in der Woche vom 8.-11.02.2015 die 8. Klassen des Gymnasiums Nackenheim besuchte. Initiiert wurde diese Aktion von Schulsozialarbeiterin Susanne Barber, die bei den jeweiligen Klassen zur Betreuung dabei war und auch bei Themen wie Jugendmedienschutz und Schulung der Teamgeistfähigkeit für die 6. und 7. Klassen des Gymnasiums mit dem Diakonischen Werk kooperiert.

Welche Folgen hat früher Alkoholkonsum für Jugendliche?, Was macht süchtig daran?, Wie kann man sein Limit herausfinden? waren nur einige der Fragen der Schüler, die sie gleich zu Beginn der 90minütigen Einheit stellten und die zeigten, dass dieses Thema den Nerv der Jugendlichen traf.

Bei einem Quiz zum Thema Alkohol konnten die Schüler ihr Vorwissen testen und zugleich Neues dazulernen, wie zum Beispiel, dass Alkohol als Zellgift prinzipiell alle Organe schädigt und nicht nur Leber und Gehirn, wie allgemeinhin angenommen wird. Auch die Wirkweise von Alkohol war fast allen bekannt: „Man feiert leichter und kommt besser in Stimmung“, stimmten beide Quizgruppen überein. Wo allerdings Genuss aufhört und Gebrauch, Missbrauch oder gar Gewöhnung und Sucht anfangen, erläuterte der ausgebildete Suchtberater den Schülern anhand von Fallbeispielen aus seiner Arbeitspraxis. Nachdem die Kriterien für einzelne Begriffe geklärt waren und deutlich wurde, ab wann fremde Hilfe nötig wird, konnten die Achtklässer selbst schon einige Beispiele richtig zuordnen und das jeweilige Gefahrenpotenzial begründen.

Höhepunkt der lehrreichen Aktion war sicherlich das Ausprobieren des Rauschbrillen-Parcours, der körperliche Einschränkungen bei unterschiedlichen Alkoholpegeln sowie bei Tag und Nacht simulierte. Schon das Aufheben und Fangen von Bällen bereitete vielen Schülern, die die Rauschbrillen trugen, große Schwierigkeiten. Großes Gelächter entstand bei der einfachen Aufgabe, auf einer aufgeklebten Linie zu laufen, da viele dabei stark schwankten und erheblich von der Markierung abwichen. Auch das Finden und Herausschreiben von Adressen aus dem Telefonbuch verlief bei simulierten 0,8 Promille nicht ohne Schreibfehler.

„Ich hatte einen Tunnelblick und konnte nur langsam reagieren“, fasste eine Schülerin ihre Erfahrungen in der anschließenden Reflexion zusammen. „In unserem Rahmen hier war das noch lustig, aber zum Beispiel im Straßenverkehr kann Alkoholkonsum schlimme Folgen für alle Beteiligten haben“, wies Herr Blug die Jugendlichen auf die Gefahren hin. „Es ist klar, dass wir euch Alkohol nicht ausreden können und wollen, aber ihr solltet vernünftig damit umgehen“, machte der Pädagoge seinen Standpunkt am Ende der Veranstaltung klar. Durch durchweg positive Rückmeldungen bei der abschließenden Evaluation bestätigten die Schüler die Relevanz sowie die abwechslungsreiche Durchführung und Präsentation des Themas für ihre Altersstufe, was auf eine Wiederholung für die kommenden Jahrgänge hoffen lässt.