Sozialpraktikum geht in die dritte Runde

Plakatwand Sozialpraktikum

Plakatwand Sozialpraktikum

Neue Erfahrungen in sozialen Berufsfeldern zu machen und interessante Einblicke zu bekommen – das waren die meistgenannten Erwartungen der Schüler der 9. Jahrgangsstufe vor dem Sozialpraktikum. Ob im Seniorenheim, Krankenhaus, Schmerzzentrum oder in Schulen mit integrativem Schwerpunkt, überall hofften die jungen Gymnasiasten auf freundlichen Empfang und darauf, abseits vom Schulalltag wichtige Erfahrungen machen zu können, von denen sie noch lange profitieren werden.

„Ich hoffe, dass man mit den Senioren viel machen und auch Spaß haben kann“, formuliert Chris aus der Klasse 9a seine Erwartungen an das fünftägige Praktikum im Seniorenheim, während Maren ihrerseits „ein besseres Verständnis von der Arbeitswelt“ bekommen möchte.

So oder ähnlich sehen es auch ihre Klassenkameraden, die sich ihre Praktikumsstelle selbst oder mit Hilfe ihrer Eltern gesucht haben. Einzige Vorgabe war der soziale Charakter der Einrichtung, die in angemessenem Radius der Schule sein sollte, damit die Schüler dort von Lehrkräften besucht werden können. Das Sozialpraktikum bildet einen wichtigen Baustein im Wertekonzept des Gymnasiums Nackenheim, da durch den fünftägigen Blick über den schulischen Tellerrand hinaus der Blick der Schüler auf benachteiligte oder hilfsbedürftige Menschen gelenkt wird und bedeutende gesellschaftliche Werte wie Hilfsbereitschaft, Fürsorge und Anteilnahme am Schicksal anderer deutlich vor Augen treten.

Nach der Praktikumswoche kamen die 9.Klässer freitagnachmittags mit vielfältigen Eindrücken zurück an die Schule und nahmen an Workshops teil, um ihre teils tiefgreifenden Erfahrungen gemeinsam mit Lehrkräften zu reflektieren und aufzuarbeiten.

So resümiert Tim: „Meine Erwartungen haben sich erfüllt. Ich habe sehr interessante, nette, aber auch pflegebedürftige Menschen kennengelernt und mich mit ihnen unterhalten. Jedoch bin ich mit der Erwartung hingegangen, vor allem unglückliche und einsame Menschen zu treffen, diese hat sich glücklicherweise so gut wie gar nicht erfüllt. Meine Einrichtung, das Seniorenheim in Mainz-Hechtsheim, ist sehr empfehlenswert. Aus dieser Zeit habe ich vor allem eine andere Einstellung gegenüber Altersheimen und ein sehr glückliches Gefühl über die getane Arbeit mitgenommen. Meine Einstellung zu sozialen Berufen hat sich nicht geändert. Ich finde, sie werden nicht genug respektiert und meist auch für den Einsatz und die zu erbringende Leistung zu schlecht bezahlt.“

Auch Sören ist zufrieden mit seinem Praktikum: „Meiner Meinung nach ist ein Sozialpraktikum empfehlenswert, da man dort wichtige Berufserfahrungen macht und dies einem die Auswahl für den späteren Beruf erleichtert. Für mich persönlich habe ich mitgenommen, dass wenn man Menschen, die Hilfe benötigen, hilft, man selbst noch viel glücklicher oder auch freudiger ist. Außerdem macht das Arbeiten mit anderen Menschen sehr viel Spaß. Meine Einstellung zu sozialen Berufen ist mit sehr viel Positivem verbunden. Ich bewundere immer wieder andere Menschen, die mit ihrem Beruf anderen helfen, sie glücklich machen und betreuen.“

Ihre Klassenkameradin Maren ergänzt begeistert: „Ich half bei der Essensausgabe für Obdachlose. Jeder, den ich sah und bediente, war außerordentlich nett und bedankte sich herzlichst. Seit diesem Tag habe ich keine Vorurteile gegenüber Menschen, die auf der Straße leben müssen. Ich finde, dass die Pfarrer-Landvogt-Hilfe eine großartige und sehr sinnvolle Einrichtung ist. Ich selbst habe dort sehr viele Erfahrungen gemacht und denke, ich werde dort nochmal hingehen, da es mir wirklich Spaß gemacht hat.“

Hinsichtlich dieser Eindrücke kann das Sozialpraktikum als voller Erfolg gewertet werden und bringt sicherlich auch noch künftigen Jahrgängen eine bereichernde Erfahrung.