Friedensausstellung aus Frankfurter Paulskirche zu Gast

Frieden geht anders

Frieden geht anders

„Frieden geht anders!“ – „Aber wie?“ Diese Frage stellten sich in den Wochen vom 23.2. – 6.3.2015 die Schüler des Gymnasiums Nackenheim und bekamen dank der Ausstellung vom Zentrum für Ökumene der Evangelischen Kirchen Hessen/Nassau vielfältige Antworten darauf.

„Auf den Tag genau wurde heute im Jahre 1945 Pforzheim bombardiert und auch heute machen Unruheherde und Krisengebiete dieser Welt nicht vor uns halt“, erinnerte Schulleiterin Helga Lerch die anwesenden Schüler der MSS, Vertreter des SEB und Ehrengäste bei der feierlichen Auftaktveranstaltung zur Ausstellungseröffnung am 23. Februar an die Zerbrechlichkeit des Friedens.

Ob bei den Austauschprogrammen mit Frankreich oder Polen, die in den nächsten Wochen für die Gymnasiasten anstehen, überall sollen Schüler lernen, mit anderen Nationen partnerschaftlich und friedlich zu leben und zu lernen. Zudem bemühte sich die Schule aus aktuellem Anlass um die Friedensausstellung, die seit September in der Frankfurter Paulskirche und nun auch in Nackenheim zu sehen war. „Es geht um zivile Lösungen von Konflikten. Die Ausstellung zeigt uns sieben Beispiele, die uns zum Nachdenken anregen sollen“, erklärte Schulseelsorger Pfarrer Bornkessel den Schülern in seiner Rede. Auch Frau Dr. Durst, Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Hessen/Nassau, wies auf die Bedeutung der Friedensbildung, die in den Herzen der Menschen beginnt, in ihren Grußworten hin.

Neben der musikalischen Umrahmung (Lukas, Markus und  Elif  aus den Klassen 8 und 9) sorgten auch die Vorstellungen von Gedanken berühmter Personen zum Thema Frieden durch Schüler für Aufsehen, da sie diese in verschiedenen Sprachen vortrugen (Finja, Liska, Melina, Awesta und Fabienne). Das Wort „Frieden“ wurde in 16 Sprachen von Schülern in ihren Muttersprachen oder Sprachen ihrer Eltern gesprochen, um am Ende das Wort unisono auszusprechen. Alexander Hubig aus der Jahrgangsstufe 10 wies in seinen einleitenden Worten auf die derzeitigen Krisengebiete in Syrien, Nordkorea und in der Ukraine hin und wünschte sich, den „Frieden friedlich zu wahren“.

Ein Beispiel aus der Ausstellung hierfür ist der denkwürdige 25. September 1983, an dem die USA Russland vermeintlich mit fünf Raketen angriff. Der diensthabende Oberst Petrov gab den Alarm nicht weiter und verhinderte somit vielleicht einen Atomkrieg zwischen den beiden Mächten. „Er hörte auf seinen Verstand und auf sein Bauchgefühl statt einfach seine Pflicht zu tun“, schätzte Pfarrerin Müller-Langsdorf vom Zentrum Ökumene dessen Handeln ein, das exemplarisch für gewaltfreie Lösungen von Problemen steht. „Es ist schön, dass an dieser Schule dem Frieden in mehrfacher Hinsicht Raum gegeben wird“, lobte die Theologin und Referentin für Friedensarbeit zudem das Engagement des G8-Gymnasiums.

Innerhalb der beiden Wochen besuchen die Leistungskurse Sozialkunde und Geschichte sowie viele andere Fächer im Rahmen des Unterrichts die Ausstellung, die ein weiterer Baustein im Wertekonzept des Gymnasiums ist. Während die Orientierungs- und Mittelstufen jeden Monat ein eigenes Wertemotto herausbringen, werden für die Oberstufe jedes Schuljahr Veranstaltungen zur Wertebildung angeboten. „Im vergangenen Jahr lernten wir Albert Schweitzer näher kennen, dieses Jahr ist Frieden unser Thema“, fasste Alexander Hubig die Wertethemen für die MSS-Schüler zusammen.

Neben dem Besuch der Ausstellung lernen die Schüler im Unterricht über aktuelle Friedensthematiken. So werden in Religion und Ethik die Bergpredigt und philosophische Texte zu Krieg und Frieden gelesen, während der Fachbereich Sozialkunde „IS“ oder den Friedensprozess in der Ukraine thematisiert. Auch die Sprachfächer beleuchten das Thema, so beschäftigt sich beispielsweise Deutsch mit Krieg und Frieden im Barock, in Spanisch werden Lieder und Comics zum Frieden besprochen oder Schüler behandeln “concepts of peace and their representatives“ in Englisch.

„Wir pflanzen diese Woche ein zartes Pflänzchen des Friedens“, schloss Frau Lerch ihre Ansprache zur Eröffnung und machte damit den Friedensauftrag ihrer Schule für alle deutlich.