Brücken schlagen über Grenzen hinweg

Deutsch-französische Austauschwoche mit knapp 50 Beteiligten

Deutsch-französische Austauschwoche mit knapp 50 Beteiligten

„Bei so einem Austausch lernt man Franzosen ganz anders kennen. Die Stimmung war super!“ Wie Anna aus Klasse 9 beteiligten sich knapp 50 deutsche und französische Schüler und Lehrer bis zu den Osterferien am deutsch-französischen Schüleraustausch mit dem Lycée Fabert Metz.
Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg, so lautete die Devise der deutsch-französischen Projektwoche, an der von 18. bis 25. März 2015 Neuntklässler aus den Gemeinden des Einzugsgebietes und Gleichaltrige des deutsch-französischen Zweiges (Abi-Bac) des Lycée Fabert aus Metz. Eine Woche lang arbeiteten sie an deutsch-französischen Projekten rund um die deutsch-französischen Beziehungen. Dabei erfuhren sie auch eine ganze Menge über die beiden Grenzregionen Lothringen, Rheinland-Pfalz, Metz und Mainz sowie die deutsch-französische Geschichte.

Was denken junge Deutsche heute über ihre Nachbarn in Frankreich? Was denken Franzosen heute über Deutsche? Bleiben Deutsche und Franzosen „fremde Freunde“ oder sind Austausch und wirkliche Begegnungen zwischen Europäern heute noch genauso wichtig wie früher? Solche und ähnliche Fragen beschäftigten die Gymnasiasten diese Woche, während der Begegnung mit ihren Gästen aus Metz.

„Es ist wichtig, dass sich die Jugendlichen aus beiden Ländern kennenlernen und merken, wozu sie die Sprache des Nachbarn zu lernen“, betonen die beiden Französischlehrer Christian Tremmel und Julia Roth vom Gymnasium Nackenheim.

Deutsche Teilnehmer am Austauschprogramm

Deutsche Teilnehmer am Austauschprogramm

Bereits am letzten Mittwoch, 18. März, fuhren die Nackenheimer Gymnasiasten nach Metz, um die erste Hälfte der deutsch-französischen Woche in den  französischen Gastgeber-Familien zu verbringen. Neben einer Stadtführung, dem Besuch des Centre Pompidou in Metz und Einblicken in den französischen Schulalltag, arbeiteten die Austauschpartner in deutsch-französischen Tandems an Projekten rund um ihr Umfeld sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern.

Erstmals begegneten sich auch die Schulleiter der Partnerschulen, Studiendirektorin Helga Lerch und Proviseur Dominique Schnitzler, und unterstrichen damit die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen beiden Gymnasien. In ihrer Ansprache in Metz dankte  die Nackenheimer Schulleiterin ihrem Kollegen für die Gastfreundschaft und gute Zusammenarbeit und gratulierte den Schülern für ihr Interesse an der Sprache des Nachbarn. Am Abend konnten sich die deutschen Gäste aus Nackenheim und Umgebung bei einem beeindruckenden „Concert européen des lycées“ im großen Konzertsaal des „Arsenal“ in Metz ein Bild von den musikalischen Leistungen des altehrwürdigen Lycée Fabert machen, an dem bereits Robert Schuman studierte.

Nach der gemeinsamen Fahrt nach Nackenheim am Samstag ging das Programm in den deutschen Familien weiter. Dabei standen für die französischen Gäste auch Ausflüge in die Landeshauptstadt Mainz und nach Frankfurt auf dem Programm. Die Ergebnisse der Projektarbeit wurden am letzten Schultag vor den Osterferien in einer eindrucksvollen Ausstellung präsentiert, bevor die Gäste, betreut von Geschichtslehrerin Claire Ravez und Deutschlehrer Gérard Giotto, schweren Herzens wieder nach Lothringen zurückfuhren.

Am Gymnasium Nackenheim kann Französisch als 2. Fremdsprache ab Klasse 6 und als neu einsetzende Fremdsprache in der Oberstufe (z.B. für frühere Realschüler, die neu ans Gymnasium wechseln) gewählt werden. Neben dem Schüleraustausch mit Metz bestehen auch in anderen Klassenstufen zahlreiche Möglichkeiten, an längeren, individuellen Austauschprogrammen mit Frankreich (zwei Wochen bis drei Monate hier und dort) teilzunehmen.