Schulmensa erreicht ihren zweiten Stern

Verleihung des zweiten Mensasterns

Verleihung des zweiten Mensasterns

Nachdem das Gymnasium Nackenheim vor rund einem Jahr seinen ersten Stern für die Mittagsverpflegung seiner Ganztagsschüler erlangen konnte, wurde der Schulmensa im April 2015 nun ihr zweiter Stern durch eine offizielle Urkunde verliehen.

Bei einem Vor-Ort-Audit überprüfte Frau Fey von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Rheinland-Pfalz, ob alle Kriterien für die weitere Auszeichnung erfolgreich erfüllt worden sind. „Die Teilnahme am Qualifizierungsprozess für die Mittagsverpflegung in Schulen in Rheinland-Pfalz setzt vielfältige Vorarbeiten voraus“, erklärt Frau Ferdinand, Mensabeauftragte des Gymnasiums. So muss mindestens zweimal jährlich eine Kundenbefragung, beispielsweise über die Raumgestaltung, den Lärm, Hygiene oder die allgemeine Organisation durchgeführt werden. Die Ergebnisse müssen daraufhin sorgfältig ausgewertet und dokumentiert werden, um danach die Verbesserungsvorschläge von Seiten der Schüler am Runden Tisch zu besprechen. Die Teilnehmer des Runden Tischs, zu denen Eltern, Lehrer, Schüler, Mitarbeiter des Catering-Unternehmens und Vertreter des Schulträgers gehören, arbeiten die Resultate der Befragungen in das weitere Konzept der Mensa ein. „Einige Vorschläge konnten wir schon realisieren, zum Beispiel haben wir bunte Stühle angeschafft, um die Mensa farbenfroher zu gestalten und Sitzgruppen für größere Gemütlichkeit eingerichtet. Auch dem Wunsch der Schüler, für den Sommer Essgelegenheiten im Freien zu schaffen, sind wir nachgekommen“, fasst Frau Ferdinand die bereits umgesetzten Ergebnisse zusammen.

Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung durchgeführt, um eine nachhaltige Zufriedenheit bei den jungen Kunden zu erreichen. So können die Schüler ihr Essen sowohl auf der Homepage des Caterers bewerten als auch direktes Feedback in Form von personalisierten Rückmeldezetteln geben, die täglich in der Mensa ausliegen und regelmäßig von Elternvertretern ausgewertet werden. Durch diese erhält der „Runde Tisch“ konkrete Anregungen aus der Schülerschaft. Auf den Rückmeldungen muss das gewählte Gericht angegeben werden sowie persönliche Daten des Schülers, damit gewährleistet werden kann, dass die Schüler erfahren, wie auf ihre Kritik oder Lob reagiert wird. „Seit der Einführung dieser Bögen kommt weniger und vor allem konstruktive Kritik von den Schülern“, bewertet Frau Ferdinand diese Neuerung als gewinnbringend für alle Beteiligten.

Selbst im Unterricht werden Maßnahmen, wie zur Ernährungsbildung in den 5. Klassen im NaWi-Unterricht, umgesetzt. Die Schüler nehmen an einem dreiwöchigen Projekt im Rahmen der Initiative „Lecker Entdecken“ der Landesregierung Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsabteilung der Kreisverwaltung Mainz-Bingen teil. Neben der Vertiefung von theoretischem Wissen wie zum Beispiel der Ernährungspyramide soll auch ein hoher praktischer Anteil das Interesse der Schüler am Thema „Gesunde Ernährung“ wecken. Höhepunkt dieser Maßnahme ist ein Klassenausflug in einen Supermarkt, in dem die Schüler selbst gesunde saisonale Snacks wie Obstsalate oder Knabbergemüse mit Dips herstellen oder die im Supermarkt vertriebenen Produkte analysieren und in eine große Ernährungspyramide einordnen. Durch den täglichen Mensabesuch, in der auf die Ausgewogenheit der Speisen geachtet wird, eine freiwillige Teilnahme an der Koch-AG und spiralcurricularem Aufgreifen im Unterricht, wird das Thema „Gesunde Ernährung“ weiter im Schulalltag verankert.

Ein weiteres Projekt fand im November 2014 am 5. Tag der Schulverpflegung statt, an dem Jungen und Mädchen der Klassen 5 und 6 interessiert teilgenommen haben. Sie beschäftigten sich mit der Lebensmittelverschwendung in der Mensa, indem sie eine Woche lang die Essensabfälle aus ihrer Schulmensa genauer untersuchten, zum Beispiel wogen sie die Speisereste auf den Tellern der Mitschüler oder schauten sich die Reste der Salatbar an. Um die Gründe für das Wegwerfen des Essens herauszufinden, fotografierten die Projektteilnehmer die Tabletts vor und nach dem Essen und befragten die Schüler einzeln. Nach genauen Auflistungen in Tabellen konnten sie pro Person lediglich 112 g Essensreste ermitteln, die Gründe lagen bei „Das hat mir nicht geschmeckt“ bis „Die Portion war zu groß“. Positiv zu vermerken war, dass viele Schüler mittlerweile selbst genau darauf achten, was und wieviel sie sich bei der Essensausgabe geben lassen, um das Wegwerfen von Lebensmitteln zu vermeiden. Auf Grundlage der Ergebnisse des Projekts erarbeiteten die Schüler Plakate mit Hinweisen und Tipps zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung, wie beispielsweise die Portionen nach Hungergefühl auszuwählen und das Prinzip des Nachschlags zu nutzen statt sich zu große Portionen aufzuhäufen. Die Plakate wurden der Schulgemeinschaft am Tag der Schulverpflegung präsentiert und hängen auch weiterhin dauerhaft an der Ausgabe der Mensa aus.

„Wir hoffen, die Schüler von Seiten der Schule für das wichtige Thema der gesunden Ernährung zu sensibilisieren“, unterstützt Schulleiterin Helga Lerch die vielfältigen Maßnahmen am Gymnasium Nackenheim. Mensabeauftragte Ferdinand blickt zuversichtlich in die Zukunft: „ Wir werden an unserem Mensakonzept stetig weiter arbeiten und möglicherweise können wir damit auch einen dritten Stern für unsere Mensa erlangen.“