„Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz!“

Das Jahr 2015 ist ein besonderes Jahr. Besonders deshalb, weil zahlreichen geschichtlichen Ereignissen in diesem Jahr gedacht wird. Ereignisse, wie etwa der vor 100 Jahren an den Armeniern verübte Völkermord oder auch der Geburtstag Otto von Bismarcks vor 200 Jahren. In der deutschen Öffentlichkeit überwiegt jedoch die Erinnerung an das Jahr 1945, an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar oder aber an das Ende des Zweiten Weltkrieges am 08. Mai vor genau 70 Jahren. Allen Ereignissen ist gemeinsam, dass ihre Auswirkungen ungebrochen präsent scheinen und noch heute kontrovers in den Medien, der Wissenschaft und auch in Schulen diskutiert werden.

Der Nationalsozialismus stellt in Rheinland-Pfalz Kernthema des Unterrichtsfachs Geschichte in der MSS10 dar und kommt auch in anderen Fächern mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung zur Sprache. Außer Frage steht dabei, dass auch eine Beschäftigung mit dem Phänomen des Rechtsextremismus erfolgen muss. In Zeiten von PEGIDA, HoGeSa und einem sich zunehmend differenzierenden Parteienspektrum scheinen genaue Kenntnisse über Formen und Abgrenzung rechtsextremistischer wie rechtspopulistischer Bewegungen unabdingbar. Um dieses Wissen zu vermitteln und gleichzeitig Raum zum Diskurs zu schaffen, fand am 27.05.2015 für die gesamte Jahrgangsstufe der MSS10 ein Studientag an der Fridtjof-Nansen-Akademie in Ingelheim statt.

Der Studientag „Rechtsextremismus im Alltag“ wurde von der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landtag Rheinland-Pfalz, der Leitstelle Bürgergesellschaft und Ehrenamt in der Staatskanzlei, dem Innen- und Bildungsministerium sowie der Deutschen Vereinigung für politische Bildung e.V. ausgerichtet.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler durften aus dem Angebot verschiedener, handlungsorientierter Workshops zu folgenden Themen wählen:

„Rechtsextremismus im Fußball“ – ein Fanprojekt von Mainz05
„Rechtsextreme Musik“
„Rechte Codes und Symbole“
„Antigewalttraining“
„Geschichte der Menschenrechte“
„Rechtsextremismus im Internet“

Mit zahlreichen neuen Eindrücken verließen die Schülerinnen und Schüler den Studientag. Sensibilisiert wurden sie besonders im Hinblick auf die regionale Präsenz rechtsextremistischer Gruppierungen in Rheinland-Pfalz. Es wurden darüber hinaus konkrete Handlungsweisen vorgestellt, wie man sich auch als Jugendlicher rechtsextremistischen Werbungsversuchen widersetzen kann.

Mit ihrem Besuch und der engagierten Mitarbeit am Studientag haben die Schülerinnen und Schüler der MSS10 gezeigt, dass sie aktiv für Toleranz, Demokratie, Weltoffenheit und ein friedliches Zusammenleben in Freiheit und Würde einstehen. Einige von ihnen hat es Überwindung gekostet, vor dem gesamten Jahrgang aufzustehen, über ein Mikrophon zu präsentieren und persönliche Meinungen zur Diskussion zu stellen –  vielen ist es jedoch gelungen!

Die deutsche Geschichte lehrt, dass sie jeden Tag aufs Neue gelebt und verteidigt werden muss, damit sie von Dauer ist. Mögen die Schülerinnen und Schüler der MSS10 auch in Zukunft den Mut haben, dafür aufzustehen!