Rumpelstilzchen 2015

In der Eingangsszene begrüßt die Lehrerin Frau Reis ihre Klasse

Eingangsszene: Frau Reis begrüßt  ihre Klasse

Wie man ein klassisches Märchen der Gebrüder Grimm in die heutige Zeit gelungen adaptieren kann, zeigte die Klasse 5c des Gymnasium Nackenheims unter der Leitung von Frau Zahm mit ihrem selbstgeschriebenen Theaterstück „Rumpelstilzchen 2015“, das am 21.5.2015 vor rund 70 Zuschauern zur Aufführung kam. In der 30minütigen Vorstellung brillierten Kim und Mika in den Hauptrollen und verkörperten authentisch die modernen Versionen der schönen Müllerstochter und des hinterlistigen Rumpelstilzchen. Zwar musste in der Version von 2015 kein Gold aus Stroh gesponnen werden und auch Rumpelstilzchen trat nicht als kleines Männchen in Erscheinung, doch wurden die Beweggründe, welche die Charaktere zum Handeln trieben, auch in der neuen Fassung der Klasse 5c beibehalten.

Im Mittelpunkt des zeitgenössischen Theaterstückes steht ein Mädchen, das aufgrund seines Aussehens von allen Mitschülern ausgeschlossen wird und sich aus Verzweiflung auf die Hilfestellung eines vermeintlich wohlgesinnten Mitschülers einlässt. So erhält die Außenseiterin beispielsweise moderne Kleidung sowie einen stylishen Haarschnitt, muss jedoch im Gegenzug Hausaufgaben für den spendablen Mitschüler erledigen und ihn bei einer Klassenarbeit abschreiben lassen. Der Aufforderung des „Retters“, die wertvolle Armbanduhr ihres Vaters herzugeben, um endgültig in die Klassengemeinschaft aufgenommen zu werden, kommt das Mädchen aber nicht nach. Dies stellt den Wendepunkt des Stückes dar, da nun die restlichen Klassenmitglieder auf das erpresserische Verhalten aufmerksam werden und dem Mädchen solidarisch zur Hilfe kommen.

„Begonnen hat alles mit einer Unterrichtseinheit zum Thema Märchen, bei der wir uns mit klassischen Märchen, ihrem Aufbau, den typischen Motiven, aber auch ihrer Adaption im zeitgenössischen Fernsehen vergleichend auseinandergesetzt haben“, so die Deutschlehrerin und Regisseurin Andrea Zahm. „Rumpelstilzchen 2015 entstand in diesem Zusammenhang als eine Arbeit der gesamten Klasse beim freien Verfassen eines Paralleltextes zur Version der Gebrüder Grimm.“

Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was Teamgeist und harte Arbeit über mehrere Wochen hinweg erreichen können und dass Ausgrenzung und Mobbing in einer toleranten und starken Klassengemeinschaft keinen Platz finden.