Das Märchenbuch

Das große Abschlussprojekt des Wahlpflichtfachs Kultur

Das große Abschlussprojekt des Wahlpflichtfachs Kultur

„Sie würden vermutlich viel lieber auf Ihrer Couch liegen und Ihre Lieblingsserie schauen…“, so begrüßte die geheimnisvolle Märchenerzählerin an zwei Abenden (18. und 19.6.2015) die zahlreichen Zuschauer im Foyer des Gymnasiums Nackenheim.

Von wegen, denn bei dem aufgeführten Theaterstück handelte es sich um eine gelungene Coming-of-Age-Story gepaart mit klassischen Märchenelementen. Im Mittelpunkt  steht die junge Elisabeth, genannt Ellie (Hanna), die  des Öfteren in die Märchenwelt eintaucht. Nach einem schicksalhaften Autounfall fällt ihr Vater ins Koma und die Jugendliche muss ihr Dasein neben der ungeliebten Stiefmutter, die sich als eine Hogwarts-Abbrecherin und böse Hexe entpuppt, fristen. Sie ist auch diejenige, die den Vater an einem geheimen Ort gefangen hält. Tapfer begibt sich Elisabeth auf die Suche nach ihrem Vater – dabei verschmelzen Realität und Märchenwelt immer mehr miteinander. Stets an ihrer Seite sind ihre Freunde – die aufgeweckte Greta und der drollige Hans. Auf ihrer gefährlichen Reise lernt sie unter anderem die kommunikationsfreudige Rapunzel und einen Teil der Zwergentruppe kennen: „Hey, ihr müsst doch zu siebt sein!“ „Die anderen sind nach Hollywood ausgewandert, die Zeiten sind hart!“ Doch auch garstige Märchencharaktere, darunter die unmanierliche Räuberbande und der zottelige Sympathieträger „Wolfi“, sind präsent und erschweren die Mission der Protagonistin…

Bereits das aufwändige technische Equipment ließ das Publikum erahnen, dass sie in den Genuss eines modernen und multimedialen Erlebnisses kommen würden. Das Besondere an der Darstellung war nämlich, dass die schauspielerische Live-Darbietung durch professionelle Videoclips auf der Leinwand ergänzt wurde.

Das Wahlpflichtfach (WPF) Kultur wird bereits seit zwei Jahren am Gymnasium Nackenheim angeboten und fokussiert die musisch-ästhetischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9. Seit November 2014 konzipierten die Teilnehmer des WPF Kultur eifrig das Drehbuch, gestalteten Kostüme und Requisiten sowie die Kulisse. Die  Experimentierfreudigkeit der Schülerinnen und Schüler spiegelte sich in zahlreichen liebevoll integrierten Details, wie der kreativen Werbepause, und intertextuellen sowie -medialen Elementen wider. „Die Schülerinnen und Schüler haben alles selbst gemacht. Ich habe sie nur daran erinnert, dass nicht mehr viel Zeit bleibt“, merkte der engagierte Projektleiter und Musiklehrer Franz Janson schmunzelnd in seiner kurzen Begrüßungsansprache an.

„Die Entscheidung, dass sie uns glauben, liegt ganz bei Ihnen. Hauptsache – es hat Ihnen gefallen!“, mit diesen Worten beendete die charmante Erzählerin den Abend. Das Letztere konnten die begeistert applaudierenden kleinen und großen Besucher nur bejahen! „Im Schlussapplaus konnte ich bei vielen der Schülerinnen und Schüler an ihrem Gesichtsausdruck dieses ganz spezielle und unvergleichliche Gefühl erkennen: ‚Es war unheimlich viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt, es fühlt sich großartig an und ich will das wieder!‘ – Und genau das ist mein Ziel bei diesem Projekt gewesen“, so das abschließende Resümee von Franz Janson.