Teamgeist – ein Tag im Jugendhaus Oppenheim

Team-Navigator

Team-Navigator

„Das blaue Band“, „Ziehen!!“, „Mehr nach rechts!“, „Jetzt das rote!“ Die Stimmen der Siebtklässler rufen wild durcheinander. Sie arbeiten am so genannten Team-Navigator:  ein Stift, der von vielen verschiedenen Bändern gehalten wird, muss auf seinem Weg durch das Spielfeld gelenkt werden – gar nicht so einfach! So mancher denkt vielleicht, dass es doch viel leichter wäre, einfach den Stift in die Hand zu nehmen und den Weg zum Ziel allein zu gehen…

Denkanstöße dieser Art gibt es an diesem Tag viele und genau dazu sind die Schülerinnen und Schüler hier im Jugendhaus in Oppenheim. Begleitet von Susanne Barber, der Schulsozialarbeiterin, ihren Klassenlehrerinnen und Niko Blug von der Suchtberatungsstelle der Diakonie Oppenheim oder Jürgen Salewski vom Jugendhaus Oppenheim hat sich jede 7. Klasse einen Tag damit beschäftigt, was Teamgeist bedeutet.

Bausteine

Bausteine

Dabei rückt natürlich die eigene Klassengemeinschaft in den Fokus. So stehen bei der nächsten Übung alle im Kreis und halten sich an einem Seil fest. Wieder gilt es, eine Aufgabe gemeinsam zu bewältigen: Sich hinsetzen und wieder aufstehen – eine scheinbar so einfache Sache wird zur Herausforderung. Wie stark muss oder darf ich ziehen? Schaffe ich das? Was passiert, wenn jetzt meinetwegen alles zusammenbricht? Gemeinsam wird eine Strategie entwickelt, um die Aufgabe zu  meistern – und es gelingt! Mit dem guten Gefühl, die Aufgabe erfolgreich bewältigt zu haben, lässt sich schnell Grundsätzliches erkennen: Aufgaben lassen sich im Team lösen, wenn man einen Plan hat – am besten einen, den man gemeinsam entwickelt hat und an den sich dann auch alle halten.

Wenig später liegen auf dem Boden zahlreiche Fotos: eine Band, eine Fußballmannschaft, eine Familie, zwei Polizisten auf Streife, ein OP-Team bei der Arbeit – Was macht ein gutes und erfolgreiches Team aus? Was unterscheidet sie voneinander? „In der Familie ist es natürlich leichter, ein gutes Team zu sein, weil man sich gegenseitig mag“, kommentiert eine Schülerin. „Aber in einer Fußballmannschaft müssen auch Spieler in einem Team zusammenarbeiten, das jemand anderes zusammengesetzt hat.“ Schnell wird  klar, dass der Erfolg vieler Teams von ihrer Teamfähigkeit abhängt.  Und dass man es sich, zumindest in Beruf und Schule, nicht immer aussuchen kann, mit wem man zusammen arbeiten möchte.

Berufsziele

Berufsziele

Und so wird die Brücke gebaut zum Nachdenken über die eigene Klasse: Was brauchen wir, um ein gutes (Arbeits-)Team zu werden? In kleineren Gruppen treffen sich die Schüler und sammeln ihre Ideen, bauen Türme aus Bausteinen, die sie zuvor mit Post-its beklebt haben: Zusammenhalt, Respekt, Vertrauen, … – „Das brauchen wir, um erfolgreich im Team zu arbeiten!“

Zum Abschluss wird noch einmal ausprobiert, wie gut die Arbeit im Klassen-Team schon funktioniert, denn es gilt, eine Murmel mit Hilfe von einigen Röhren quer durch das Gelände zu transportieren, ohne dass sie herunterfällt. Klar, dass dabei Zusammenarbeit und Absprache gefragt sind. „Wenn sich alle konzentrieren und richtig mitmachen, ist es eigentlich gar nicht so schwer.“ Und spätestens jetzt kommt auch niemand mehr auf die Idee, lieber alleine zu arbeiten. Das wäre nicht nur unmöglich, sondern auch viel zu langweilig!