Tag der Berufs- und Studienorientierung

Welcher Beruf passt am besten zu mir? Wie kann ich meine beruflichen Ziele erreichen? Soll ich studieren oder eine Ausbildung absolvieren? In Anbetracht der Tatsache, dass es in Rheinland-Pfalz 330 Ausbildungsberufe, 58 duale Studiengänge, 4 Universitäten und 7 Hochschulen gibt, verwundert es nicht, dass den meisten Schülerinnen und Schülern die Entscheidung hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft nicht leicht fällt. Um den Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern eine frühzeitige Orientierung zu ermöglichen, fand im Juli 2016 am Gymnasium Nackenheim der Tag der Berufs- und Studienorientierung für die Jahrgangsstufen 9 und 11 statt, organisiert von Dr. Michael Schwamb mit Unterstützung von Herrn Deichmann und Frau Diener-Fetaev. Der Tag der Berufs- und Studienorientierung versteht sich als Beratungsangebot und ist ab dem zweiten Halbjahr des Schuljahres 2015/16 an jeder weiterführenden Schule verbindlich. Dabei informieren Experten aus den Bereichen Berufsberatung, Handwerk, Wirtschaft und Hochschulen über die Möglichkeiten der dualen Ausbildung und des Studiums.

Dass eine Ausbildung in dem von den Medien betitelten „Zeitalter des Akademisierungswahns“ alles andere als unattraktiv ist, bewies Herr Zapf von der IHK in seinem unterhaltsamen und sehr informativen Vortrag. Er zeigte Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten nach einer Ausbildung auf und gab den Schülern nützliche Tipps für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Dabei betonte er, dass die Trias aus fachlicher – dazu gehören gute Sprachkenntnisse, Grundkenntnisse in EDV sowie eine solide Allgemeinbildung -, sozialer und persönlicher Kompetenz unabdingbar für eine erfolgreiche Bewerbung ist.

Frau Dexheimer von der Agentur für Arbeit informierte die Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeiten eines dualen Studiums und erläuterte die Vorteile: finanzielle Absicherung, frühe Integration in den Betrieb, ideale Ergänzung von Theorie und Praxis und große Übernahmechancen. Entsprechend hoch seien jedoch auch die Mindestanforderungen an die Bewerber aufgrund der großen Konkurrenz: sehr gutes Abitur sowie exzellente und aussagekräftige Bewerbungsunterlagen oft in Kombination mit einem anschließenden schriftlichen Test. Am Ende des Vortrags sprach Frau Dexheimer den Schülern Mut zu und riet ihnen, falls es mit der Bewerbung beim ersten Mal nicht klappen sollte, nachzufragen, was letztendlich zur Absage geführt habe, um diese Informationen bei der nächsten Bewerbung besonders zu berücksichtigen.

Im letzten Vortrag zeigte die Studienberaterin Frau Dr. Baur von der JGU-Mainz die zahlreichen Studienmöglichkeiten auf und wies darauf hin, dass ein Studium auch nach jeder gut abgeschlossenen betrieblichen Ausbildung möglich sei. Sie empfahl den künftigen Abiturienten, möglichst früh den Kontakt zur Universität zu suchen, die zahlreichen Beratungsangebote zu nutzen, den Tag der offenen Tür zu besuchen, sich in eine Vorlesung zu setzen und Netzwerke zu bilden. Neben vielen attraktiven Studiengängen sei auch das große kulturelle und sportliche Angebot der JGU nicht zu unterschätzen, so Frau Baur.

Nach den informativen Vorträgen hatten die Oberstufenschüler die Möglichkeit, einen ausführlichen fachspezifischen Studientest unter Betreuung eines Psychologenteams zu machen oder sich praktische Tipps von der Jugendberaterin der Barmer GEK Oppenheim geben zu lassen

Abgerundet wurde der Tag mit einem Elternabend, in dem die Berufsberater Frau Dexheimer und Herr Sieber von der Agentur für Arbeit und Herr Zapf von der IHK die Fragen der Eltern beantworteten. Die Berater gaben folgenden Rat an die Eltern: „Unterstützen Sie Ihr Kind bei der Berufswahl und nehmen Sie Ihrem Kind die Angst und den Druck egal, ob es sich dabei um einen akademischen, handwerklichen oder ausgefallenen und kreativen Beruf handelt“, und, darin waren sich alle drei Berater einig: „Auch dann, wenn dieser Beruf nicht unbedingt Ihren Wünschen entspricht. Das Wohlbefinden, die Interessen und die Wünsche Ihres Kindes haben bei der Berufswahl Vorrang.“

Der Tag der Berufs- und Studienorientierung wurde evaluiert, um das bestehende Beratungsangebot zu erweitern, mehr auf die Wünsche unserer Schülerinnen und Schüler einzugehen und sie damit ein Stück weit auf dem Weg zu ihrem Traumberuf zu begleiten. Außerdem sind folgende Neuerungen geplant: die Einführung eines Berufswahlportfolios und die Erstellung eines elektronischen Newsletters mit Informationen über aktuelle Angebote und Veranstaltungen von Firmen und Hochschulen.

Das Team zur Berufs- und Studienorientierung

Das Team zur Berufs- und Studienorientierung