Kinder sammeln für Kinder

6c des Gymnasiums Nackenheim spendet Spielzeug an „Streetjumper“

Im Rahmen ihres Wertemottos des Monats November sammelte die Klasse 6c des Gymnasiums Nackenheim den stolzen Betrag von 900 Euro innerhalb ihrer Schule, um das Geld bei regionalen Spielwarenhändlern in Spielzeug und Bastelmaterial umzuwandeln.

Am 25.11.2016 übergaben die Schüler auf dem Schulhof des Gymnasiums aufgeregt Pedalos, Straßenmalkreide, Buntstifte, Scheren, Klebestifte, Springseile, Topfstelzen und Bastelbögen an die Mitarbeiter des  Projekts „Streetjumper“, die mit ihrem Wohnmobil direkt vor Ort waren und sich im Namen der bedürftigen Kinder ganz herzlich bei den tatkräftigen Gymnasiasten bedankten.

Streetjumper vor Ort

Streetjumper vor Ort

Die Sozialarbeiter des Mainzer Projekts „Streetjumper“ freuten sich riesig, ihren kleinen Kunden nun wieder neue Spielmöglichkeiten anbieten zu können. „Wir fahren von Montag bis Donnerstag jeweils vier soziale Brennpunkte im Mainzer Stadtgebiet mit unserem Wohnmobil „Streetjumper“ an. Dort bleiben wir dann vier Stunden und lassen die Kinder mit unseren Materialien spielen. Einen gesunden Imbiss haben wir natürlich auch immer mit dabei“, erläutert Herr Trabert, Geschäftsführer des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“ Der Verein kooperiert mit anderen regionalen Organisationen, wie zum Beispiel der Sportjugend RLP, Suchtberatungen für Jugendliche oder Pro Familia. So können sie auch Räume für Workshops vor Ort nutzen, um dort gemeinsam mit den Kindern zu kochen, zu basteln oder ihnen einfach zuzuhören.

„Unsere Stammkundschaft ist etwa im Alter von 6-12 Jahren und nimmt die Angebote sehr gerne an“, erläutert Herr Winkler, angestellter Streetworker des Vereins. „Wir veranstalten in den Schulferien auch Ausflüge mit den Kindern, zum Beispiel in den Luisenpark Mannheim, zur Lochmühle oder auf die Opelwiese“, führt er das Angebot weiter aus. „Die Kinder wollen sich häufig einfach mal bewegen und haben oft keine eigenen Spielmöglichkeiten. Ein Highlight unserer Aktionen war ein Fußballturnier, zu dem circa 100 Kinder von allen vier angefahrenen Standorten kamen und begeistert mitmachten“, freut sich der engagierte Sozialarbeiter. „Zur Zeit versuchen wir auch, den Kindern Griffe auf ausgemusterten Gitarren beizubringen, damit sie etwas musikalische Förderung bekommen. Wir wären sehr dankbar für gebrauchte Musikinstrumente“, fügt er hinzu.

Klasse 6c im Wohnwagen

Klasse 6c im Wohnwagen

„Die Idee zu der Aktion kam uns, als wir mit unserer Klassenlehrerin über unser Wertemotto nachdachten“, erklärt Yossra aus der Klasse 6c strahlend. „Als Frau Schwalbe uns vom „Streetjumper“ erzählte, der Spielzeuge zu benachteiligten und armen Kindern bringt, waren wir alle gleich davon begeistert“, fasst sie den Kern ihrer Motivation zusammen. Danach ging alles ganz schnell: Die Klasse verfasste Elternbriefe und einen kurzen Aufruf auf der schuleigenen Homepage und sammelte an zwei Tagen im November Spendengelder aller Klassen ein. Mit diesem Geld war es ihnen dann möglich, das fahrbare Wohnmobil mit neuem Spielzeug zu bestücken.

Selbstverständlich durften alle Schüler des Gymnasiums in der großen Pause die neuen Spielzeuge ausprobieren und den „Streetjumper“ bestaunen. „Also unseren Kindern hier gefallen die Spielsachen schon mal. Selbst die älteren Schüler aus Mittel- und Oberstufe entdecken gerade ihren Spieltrieb wieder. Bleibt zu hoffen, dass das Spielzeug auch gut bei den Mainzer Kindern ankommt!“, lacht Frau Schwalbe, die betreuende Klassenlehrerin der 6c.

Spielzeugnutzung in der Pause

Spielzeugnutzung in der Pause

„Gerade solche Aktionen wie diese zeigen, dass sich unser Wertemotto immer wieder lohnt“, resümiert Herr Franke, derzeit kommissarischer Schulleiter des Gymnasiums Nackenheim. Das Wertemotto ist seit Jahren bereits Teil des Wertekonzepts der Schule, bei dem monatlich eine Klasse verantwortlich ist für eine soziale Aktion, wie beispielsweise Spendenaktionen, Spiel- und Nachhilfeangebote von älteren für jüngere Schüler, Kontakte zu Flüchtlingen oder Sportturniere.