Nicht nur zum Beten

Besuch der Mannheimer Moschee

Besuch der Mannheimer Moschee

Der riesige Gebetsraum der Moschee lässt mich staunen. Der große Raum ist mit weichem Teppichboden ausgelegt. Das Licht des großen, prunkvollen Leuchters in der Mitte des Raumes strahlt mir warm entgegen. Um diesen herum leuchten weitere kleinere Leuchter, die den Raum erhellen. Alles, was von außen eher schlicht und unscheinbar wirkte, sieht jetzt von innen prunkvoll und farbenfroh aus. Über mir an der Decke stehen kunstvoll geschriebene Suren. Hinter mir hängt die Tafel mit den aktuellen Gebetszeiten. Neben mir sitzen meine Mitschüler auf dem Teppichboden und vor mir steht der Gruppenführer, der erklärt, dass hier auf dem Boden eigentlich nur Männer sitzen und beten dürften. Die Frauen würden auf einem Balkon im oberen Teil des Raumes beten. Dieser Teil sei viel kleiner als der Männerteil. Das habe aber nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern damit, dass Frauen nicht so oft beten gehen müssten. Wir Mädchen müssen auch kein Kopftuch aufziehen, weil es dazu keinen Zwang im Islam gebe, jedoch müssten die Schuhe aus hygienischen Gründen ausgezogen werden. Die Muslime würden in Richtung Mekka beten, da dort die Kaaba stehe. Das alles erklärt uns der evangelische Pfarrer und Gruppenleiter der Führung. Obwohl er ein Christ ist, führt er im Auftrag der Muslime Gruppen durch ihre Moschee. Die Verhältnisse zwischen den Religionen sind hier sehr gut, so wurden die kleinen Leuchter von anderen Religionsgemeinden Mannheims gespendet, und zwar zur Eröffnung im Jahr 1995, nachdem die Muslime in Mannheim solange gekämpft haben, bis diese Moschee, die Yavuz-Sultan- Selim- Moschee, errichtet wurde. Sie ist die größte Moschee Deutschlands und wie alle Moscheen nicht nur zum Beten, sondern auch zum Lehren da. Muslime legten schon immer Wert auf Bildung und auf ein enges Leben mit Allah, weshalb es hier auch noch eine Bibliothek, einen Laden, eine Cafeteria, Büros, Toiletten und natürlich einen Saal für die Waschungen der Männer gibt. Zuvor zeigte uns der Leiter in diesem Saal, wie sich Muslime vor dem Gebet waschen: Dreimal werden der Mund (Sprechen), die Nase (Riechen), das Gesicht und das Haar (Denken), der Fuß (Gehen), der Nacken und die Hände bis zum Ellenbogen (Fühlen) mit Wasser benetzt. Dies hat jedoch nichts mit der Wasserverschwendung zu tun, sondern mit der Reinheit vor Allah.

Ich habe an diesem Tag viel erfahren und einen guten Eindruck von einer Moschee, aber auch von dem Islam bekommen. Alles in einem war es ein lehrreicher und spannender Ausflug!

Elisa (9c)