Preisverleihung „Medienkompetenz macht Schule 2016“

Bildung bedeutet die Anregung aller Kräfte eines Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt in wechselseitiger Ver- und Beschränkung harmonisch-proportionierlich entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität oder Persönlichkeit führen, die in ihrer Idealität und Einzigartigkeit die Menschheit bereichert.“ Wilhelm von Humboldt

Im Rahmen des Landesprogramms „Medienkompetenz macht Schule“ wurden das Gymnasium Nackenheim und die Landskronschule Oppenheim für ihr großes Engagement im Bereich Medienkompetenz ausgezeichnet. „Der Erfolg hat viele Väter“ – mit diesem bekannten Aphorismus betonte der zweite stellvertretende Schulleiter Herr Dr. Michael Schwamb in seiner Ansprache die Symbiose, auf deren Grundlage das mobile Lernen am Gymnasium Nackenheim ermöglicht wird: die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler, das Engagement des Kollegiums und die Arbeit des Schulträgers. Auch Frau Dr. Claudia Roggensack, die Schulleiterin der Landskronschule Oppenheim, schloss sich dem Dank an und machte darauf aufmerksam, wie wichtig digitales Lernen im Sinne einer individuellen Förderung für eine „besondere Schule mit besonderen Kindern“ sei. Der Landrat Herr Claus Schick berichtete, dass der Kreis in den vergangenen drei Jahren rund eine Million Euro in 1500 Tablets investiert habe. Weil jeder Schüler der Oberstufe und jeder Lehrer mit einem iPad versorgt werde, handele es sich bei dem Gymnasium Nackenheim um eine „1:1 Tablet-Schule“. Als aktuelle Maßnahmen nannte der Landrat Herr Claus Schick die Ausstattung der Jahrgangsstufe 10 mit iPads sowie die Unterstützung des Fachbereiches Musik mit zwei Tabletkoffern. In Zukunft geplant sei der Ausbau des WLAN in der Sporthalle und auf dem Schulhof inklusive einer modernen Firewall.

Frank Zinecker erläutert das iPad-Projekt

Frank Zinecker erläutert das iPad-Projekt

Der regionale Koordinator des Programms „Medienkompetenz macht Schule“ vom Pädagogischen Landesinstitut, Herr Christian Hennicke, bedankte sich bei den engagierten Kollegen Herrn Frank Zinecker und Herrn Michael Zimmermann für die effektive Zusammenarbeit und würdigte ihr Engagement. Das Projekt wurde an den Schulstandorten Gymnasium Nackenheim und Landskronschule 2013 gestartet, wobei das erste Tablet 2011 auf den Markt kam. Das Projekt stellte die Kollegen zunächst vor eine Mammutaufgabe, die viele Fragen offen ließ: Wie sollen die Schülerinnen und Schüler eingebunden werden? Wie sollen alle Kolleginnen und Kollegen „ins Boot geholt“ werden? Wie soll das digitale Verwaltungssystem aussehen? In welchen Workshops können Schüler sowie Eltern auf das digitale Lernen vorbereitet werden? Neben technischen, didaktischen und organisatorische Fragen sollte auch die pädagogische Arbeit nicht unberücksichtigt bleiben, schließlich mussten alle Beteiligten den verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien erst erlernen.

Medienkompetenz macht Schule am Gymnasium Nackenheim

Medienkompetenz macht Schule 2016

Mittlerweile gehört das digitale Lernen zum festen Bestandteil des Unterrichts an der Schule. Herr Frank Zinecker, der in seinem Vortrag nicht so sehr die Genese den Projekts, sondern die Frage nach dem „Warum?“ fokussierte, berichtete: „Wenn bei uns ein Lehrer mit dem iPad-Koffern vor den Schülerinnen und Schülern steht, wissen sie ganz genau, dass es keine besonders ‚spaßige‘ Stunde wird, sondern dass mit den iPads gearbeitet wird. Das iPad ist für sie ein ganz normales Arbeitsgerät!“ Da die moderne (Berufs)Welt zunehmend durch digitale Medien geprägt ist, sind die medialen Kompetenzen essenziell, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Lebenswelt nicht nur wahrnehmen und verstehen, sondern ganz im humboldtschen Sinne auf dem Weg zur Entfaltung einer selbstbestimmten und mündigen Persönlichkeit aktiv gestalten. Diese Verbindung von Lern- und Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler hat sich in der Praxis als äußerst fruchtbar erwiesen: iPads sind nicht nur zu ständigen Begleitern in zahlreichen Unterrichtsprojekten geworden, sondern unsere Schülerinnen und Schüler stellten ihre mediale Kompetenz auch in Wettbewerben, darunter bei dem Schüler- und Jugendwettbewerb der Landeszentrale für Politische Bildung sowie den Bundeswettbewerb für Fremdsprachen, unter Beweis. Parallel dazu werden alle Lehrkräfte in Fortbildungen sowie eigens dazu veranstalteten Studientagen kontinuierlich geschult. Ein Beratungsangebot für die Eltern komplementiert das mediale Konzept.

Herr Christian Hennicke jedenfalls prophezeite der Schule in diesem Sinne „tolle Zukunftsperspektiven!“