¿Salamanca? ¡Me gustó mucho!

Zehn Schülerinnen und Schüler, eine Lehrerin und ein Lehrer stehen auf der „Puente Romano“, 1823 km von Nackenheim entfernt und schauen hinunter aufs Flussufer von Salamanca. Im Hintergrund hört man ständig ein lautes Geräusch. Es klingt, als wäre man umgeben von einem riesigen Schwarm Vögel. Aber nein. Das sind keine Vögel. Das Flussufer ist bevölkert von einer riesigen Zahl junger Leute. Sie feiern friedlich gemeinsam, haben Essen und Trinken dabei. Die Szene erinnert ein wenig an ein Festival. Wie ist die kleine Gruppe nur da hingekommen? Und was feiern diese jungen Leute da eigentlich? Die Erklärung dazu gibt es später.

Los ging es für die Schüler und die Lehrer am Abend des 23. Mai 2017, einem Sonntag, dem letzten Tag der Osterferien. Unser Spanischkurs der Klasse 10 traf sich am Flughafen Frankfurt vor dem Schalter der chilenischen Fluggesellschaft LATAM Airlines. Unser Flug ging um 19.25 Uhr nach Madrid, Spanien. Der Flug dauerte etwa 2,5 Stunden. Als wir schließlich nach 22 Uhr am Flughafen Madrid ankamen, hatten wir noch eine zweieinhalbstündige Busreise vor uns. In Salamanca wurden wir von den Gasteltern empfangen und machten uns zu Fuß auf den Weg durch das nächtliche Salamanca zu unserem Zuhause für die kommende Woche. Ich befürchte, mit dem Geräusch unserer Rollkoffer weckten wir die halbe Stadt auf. 1.30 Uhr – endlich angekommen. Licht aus – gute Nacht.

Am nächsten Morgen ging es nach einer kurzen Nacht los zur Sprachschule. Dort erhielten wir unter anderem das Programm für die kommenden Tage. Montags bis freitags hatten wir Unterricht mit Lehrern der Sprachschule. Täglich vier Stunden, von 9.30 bis 13.00 Uhr, in den Fächern „Spanische Grammatik“ und „Konversation“.

Nach einer dreistündigen Mittagspause (man sollte überlegen, die spanische Lebensart auch in Deutschland einzuführen 😉 ) folgten dann um 16.00 Uhr verschiedene Programmpunkte.

Hier ein paar Highlights:

Dienstag/Ruta de Tapas: Hierfür trafen wir uns um 20 Uhr mit den Lehrern und unserem Guide. Dieser führte uns durch vier verschiedene Tapas-Bars, wo wir je ein Getränk und eine kleine Vorspeise probieren durften. Mein persönliches Highlight an diesem Abend war das Risotto mit Hühnchen und Pilzen in der letzten Bar. Wir haben uns an dem Abend toll unterhalten und sind schließlich glücklich und satt zu unseren Gastfamilien zurückgekehrt.

Mittwoch/Clase de cocina mediteránea: Nachdem wir den ganzen Nachmittag die beiden Kathedralen Salamancas rauf und runter gekraxelt waren, hatten wir abends noch einen kleinen Kochkurs in der Sprachschule. Wir lernten, wie man spanische „Tortilla de patatas“ macht, und nahmen uns alle fest vor, gleich zu Hause auch eine Tortilla zuzubereiten.

Donnerstag/Churros con Chocolate: Im Café des wunderschönen Museo Art Decó haben wir im Licht der bunt verglasten Fenster frisch frittiertes Gebäck mit dickflüssiger Schokolade gegessen. Zwar ungesund, schmeckt dafür aber umso besser J.

Freitag/Clase de Salsa: Das war für alle dann die Möglichkeit, die Kalorien der letzten Tage wieder abzutanzen. Innerhalb einer Stunde lernten wir eine Salsa-Choreographie. Wir können stolz sagen, dass sich dabei niemand die Beine verknotet hat. Es war anstrengend, machte aber großen Spaß.

Samstag/Zamora: Die Exkursion nach Zamora ging um 8 Uhr morgens los. Wir fuhren eine Dreiviertelstunde mit dem Bus. In Zamora hatten wir vor allem viel Freizeit, was toll war, denn so konnten wir die kleine Stadt auf eigene Faust erkunden. Gegen Mittag trafen wir uns alle am Fluss. Dort war es wirklich sehr schön und wir hatten tolles Wetter. Leider mussten wir bald schon wieder aufbrechen, damit wir pünktlich zum Mittagessen in Salamanca ankommen würden.

Am Samstag Nachmittag mussten wir dann schon wieder unsere Koffer packen und die letzten Mitbringsel besorgen. Die Woche ließen wir gemeinsam mit den Lehrern in einem Lokal bei einem leckeren Saft oder einem Glas Limonade ausklingen.

Sonntag Morgen ging es im Bus zurück nach Madrid, von wo aus wir nach Frankfurt flogen und von unseren Eltern empfangen wurden.

Ich komme gerne zurück nach Salamanca und kann die Stadt nur weiterempfehlen. Danke für die tolle Reise!

Sprachreise nach Salamanca

Sprachreise nach Salamanca

Ach so, dann bleibt ja noch die Frage zu beantworten, was das für ein Fest am Fluss mit all den Leuten gewesen ist. Bei dem Fest handelt es sich um den „Lunes de aguas“ , übersetzt heißt das so viel wie „Montag der Wasser“ oder „der Fluten“. Nach unserer Stadtführung am Montag Nachmittag haben wir dieses Spektakel beobachten können. Ursprünglich feierte man am Lunes de Aguas (dem ersten Montag nach der Osterwoche) das Ende der Abstinenz von tierischem Fleisch. Heute treffen sich die Leute einfach, um gemeinsam am Flussufer zu picknicken und zu feiern.