Une douche linguistique – kleine Sprachdusche gefällig?

Auch in diesem Schuljahr nahmen Schüler des Gymnasiums Nackenheim wieder an einem der vom Land Rheinland-Pfalz angebotenen individuellen Austauschprogramme mit unserem Nachbarland Frankreich teil. Laura F. (9b) und Luca André A. (9c) haben jeweils zwei Wochen vor bzw. in den Herbstferien in einer französischen Familie verbracht und ihre etwa gleichaltrigen Austauschpartner im November/Dezember dann für zwei weitere gemeinsame Wochen in Deutschland begrüßt.

Bereits gegen Ende des vergangenen Schuljahres hatten sich die beiden Neuntklässler für die Teilnahme an zwei verschiedenen, etablierten, internationalen Begegnungsprogrammen – Romain Rolland und SCHUMAN – entschieden. Diese individuellen Schüleraustausche erfreuen sich Jahr für Jahr einer großen Nachfrage, weshalb bis kurz vor den Sommerferien großes Zittern angesagt war. Schließlich kam die heiß ersehnte Zusage doch noch rechtzeitig per Post und die Sommerferien sollten entsprechend für eine erste Kontaktaufnahme, ein vorsichtiges Beschnuppern, genutzt werden.

von li nach re: Vivien Schwalbe (betreuende Französischlehrerin), Tanguy K., Luca André A. (9c), Laura F. (9b), Charlotte L., Antje Schwebler (Schulleiterin)

von li nach re: Vivien Schwalbe (betreuende Französischlehrerin), Tanguy K., Luca André A. (9c), Laura F. (9b), Charlotte L., Antje Schwebler (Schulleiterin)

Auf diversen Wegen – natürlich vorzugsweise WhatsApp – haben die Schülerinnen und Schüler bereits im Vorfeld des ersten Treffens fleißig Nachrichten ausgetauscht, Vorlieben und Hobbys des jeweils anderen in Erfahrung gebracht und Charlotte hat Laura sogar ein kleines Geburtstagsgeschenk geschickt. Unter solch guten Vorzeichen musste der Austausch ja ein Erfolg werden! Lucas Familie ist gemeinsam mit ihm zu Tanguy K. nach Heillecourt (kleine Gemeinde in unmittelbarer Nähe von Nancy) gereist und gleich den Rest des Tages dortgeblieben. „Während sich meine Eltern mit denen von Tanguy auf Englisch, Französisch und Deutsch unterhielten, redeten mein Bruder und ich mit Tanguy. Zwar habe ich am ersten Tag fast keinen ordentlichen Satz auf Französisch hervorbringen können, aber das wurde schon direkt am nächsten Morgen um ein Vielfaches besser. […] Durch das ständige Miteinander konnte ich schon innerhalb von zwei Tagen mit den anderen sprechen, ohne nachzudenken. Bestimmt nicht perfekt, aber frei“, berichtet Luca stolz. Auch Laura hat sich schnell und gut bei ihrer Austauschpartnerin Charlotte Lardreau in Nevers (Burgund) eingefunden und mochte vor allem die gemeinsamen Ausflüge am Wochenende: „Unter anderem haben wir auch etwas mit französischen Freunden von Charlotte unternommen, was viel Spaß gemacht hat, da diese ebenfalls deutsche Austauschschüler hatten“. Unterschiedlich gut kommen die französischen Schulen bzw. das französische Schulsystem weg: Während Luca besonders den „echt hammer“ ersten Schultag mit gemeinsamem Frühstück mit der Direktorin und die anschließende Führung durch das Schulgebäude lobt, sind bei Laura die nach wie vor bestehende Dominanz des Frontalunterrichts („Die Schüler werden im Unterricht nicht integriert, sondern hören die ganze Zeit dem Lehrer zu.“) und eine unangenehme „Überwachung“ durch deutlich mehr Aufsichtspersonen als an deutschen Schulen üblich hängengeblieben.

Auch unseren Gästen aus Frankreich sind die ersten Tage im Ganztag nicht ganz leichtgefallen. Tanguy, der erst seit 1,5 Jahren Deutsch lernt, freute sich vor allem auf den Englisch- und Französischunterricht. Letzteren hat er tatkräftig unterstützt und durch unanfechtbares Wissen bereichert. Merci, Tanguy! Aber auch das Fach Darstellendes Spiel und die vielen Möglichkeiten, Pausen und Freistunden zu verbringen (z. B. Mensa, Sportplatz), sind bei unseren französischen Nachbarn positiv aufgefallen. Und in einem Punkt sind sich die beiden Austauschschüler absolut einig: Die Stimmung im Unterricht ist einfach besser als in Frankreich! Schüler und Lehrer sind freundlich zueinander, Diskussionen ausdrücklich erwünscht und man darf sogar essen (bei welchem Kollegen war das bloß???). Das Kompliment nehmen wir natürlich gerne an!

Laura und Charlotte schreiben sich auch nach dem Austausch regelmäßig über WhatsApp, Luca und Tanguy sind „echt gute Kumpel“ geworden und wollen sich im Sommer treffen. Wir drücken die Daumen!

Ganz gleich wie diese beiden deutsch-französischen Begegnungen enden mögen, gemeinsam ist wohl allen Beteiligten neben dem sprachlichen Fortschritt die Erfahrung, sei es im Entdecken des Eigenen im Anderen oder des Anderen im Eigenen, ganz im Sinne von Anke Maggauer-Kirsche (*1948, dt. Lyrikerin und Aphoristikerin): „Jede Begegnung lädt uns ein zu uns selbst“.

Info-Box: SCHUMAN-Programm

Austauschprogramm mit Nancy/Metz (Lothringen), der Wallonie (Belgien) und Luxemburg für die Klassen 8-10 (2 Wochen für Kl. 8/9, 4 Wochen für Kl. 9/10). Weitere Informationen unter: https://add.rlp.de/de/themen/europa/internationale-beziehungen/schuman-programm/.

Info-Box: Romain-Rolland-Programm

Austauschprogramm im Rahmen der Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Burgund für Schülerinnen und Schüler der Klasse 9. Weitere Informationen unter: https://eu-int.bildung-rp.de/informationen-fuer-schuelerinnen-und-schueler.html#c14401.

Info-Box: Französisch-Austauschprogramme am Gymnasium Nackenheim

Das Gymnasium Nackenheim unterstützt Schülerinnen und Schüler seit dem Schuljahr 2011/12 bei der Planung und Durchführung individueller Austauschbegegnungen. Zudem bieten wir in Klasse 9 einen einwöchigen Austausch mit dem renommierten Lycée Fabert in Metz an. Mehr Informationen hierzu finden Sie/findet ihr unter: http://w.gymnasium-nackenheim.de/?page_id=2694.