„Prävention eins der wichtigsten Aufgabenfelder“

Eltern werden im Gymnasium Nackenheim über die Gefahren der modernen Medien aufgeklärt

Eltern werden im Gymnasium Nackenheim über die Gefahren der modernen Medien aufgeklärt

WhatsApp, Facebook, Threema – die neuen Medien bieten Schülerinnen und Schülern heutzutage vielfältige Möglichkeiten, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Doch wissen Eltern immer, wie sich ihre Kinder im Internet präsentieren und welche Risiken die neuen Kommunikationswege in sich bergen?

Frank Heuckeroth vom Landeskriminalamt Mainz betrieb am Abend des 24.3.2014 mit seinem Vortrag „Gefahren im Internet – Was Eltern wissen sollten“ in der Mensa des Nackenheimer Gymnasiums Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Laut JIM-Studie aus dem Jahre 2013 besitzen bereits 57% der 12- bis 13-Jährigen ein eigenes Smartphone, vielfach verbunden mit einer Flatrate, mit der sie immer und überall Zugang zum Internet haben. Auch die Entwicklung der Onlinenutzung von 2006 bis 2013 zeigt deutlich, dass Jugendliche im Schnitt ihre Zeit online von 99 Minuten auf 179 Minuten am Tag erhöht haben. Somit hält es Herr Heuckeroth für Eltern und Pädagogen für unerlässlich, sich mit dem Thema „Neue Medien“ auseinanderzusetzen.

Gerade auf sozialen Netzwerken wie z. B. Facebook oder WhatsApp laden Kinder und Jugendliche naiv Bilder und persönliche Daten hoch, die von vielen anderen mitgelesen, heruntergeladen und weitergegeben werden. Selbst wenn Daten oder Bilder wieder aus dem Netz entfernt werden, kursieren sie oft weiter, auch ohne das Einverständnis der Betroffenen. „Einmal im Netz, immer im Netz“, bringt es der Referent auf den Punkt. Vom Verkauf personenbezogener Daten, persönlich zugeschnittener Werbung bei Suchmaschinen, Ablehnungen bei Bewerbungen bis hin zu Cybermobbing reicht die Bandbreite der Folgen bei zu freizügigem Gebrauch der social communities.

Auch andere Gefahren wie Gewaltdarstellungen, Pornografie, Rechtsextremismus oder Onlinespiele, die Kinder bis in den Bereich der Spielsucht führen, können im Internet für diese leicht zugänglich sein. Selbst Computerprogramme, die den elterlichen PC vor vielen dieser Seiten schützen, können umgangen oder durch den Internetzugang auf dem eigenen Handy hinfällig werden. „Eltern sind sich oft  gar nicht bewusst, welche Tragweite das Handeln ihrer Kinder im Netz haben kann“, warnt Herr Heuckeroth. Lästern über Mitschüler oder Lehrer online oder das Herunterladen von Musiktiteln auf Tauschbörsen – dies alles kann strafrechtlich verfolgt und belangt werden.
Eltern sollten ihre Kenntnisse über das Internet regelmäßig aktualisieren und mit ihren Kindern im Gespräch bleiben. „Zeigen Sie Interesse an den Online-Aktivitäten Ihres Kindes und seien Sie vor allem ein Vorbild im Umgang mit Medien“, rät der Experte, denn „was nützen vorbildlich vereinbarte Regeln und feste Internetzeiten für Kinder, wenn die Eltern selbst stundenlang vor PC oder Handy sitzen und ausufernden Medienkonsum betreiben anstatt sich mit den Kindern zu beschäftigen?“

Hilfen bieten sichere und empfehlenswerte Seiten wie klicksafe.de oder polizei-beratung.de, über die sich Eltern zum Thema informieren können. Das Gymnasium Nackenheim, ausgewählt als eine am Programm „Medienkompetenz macht Schule“ teilnehmende Schule in Rheinland-Pfalz, versucht Eltern auf diesem Weg zu unterstützen. So wird beispielsweise in diesem Jahr in der 6. Klasse erstmals ein Internet-Führerschein für Schüler angeboten, bei dem Medienkompetenz erlernt werden soll. Wie finde und suche ich Informationen im Internet, welche davon sind glaubwürdig und wie gehe ich mit sozialen Netzwerken um, sind einige der zu behandelnden Fragen in diesem Baustein. Eine Arbeitsgruppe aus Lehrern arbeitet derzeitig an einem schuleigenen Medienkonzept, das zukünftig für alle Jahrgangsstufen eingesetzt werden soll.